Chancen für europäische Unternehmen in Macau

Boom der ehemaligen portugiesischen Kolonie im PerlFluss-Delta

China will in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau 13 Mrd. Dollar in den liberalisierten Glücksspielsektor investieren und das „Las Vegas Asiens“ errichten. Das bietet nach Ansicht des Branchenexperten Johannes Wesemamm große Chancen für europäische Unternehmen, denn vor allem in den Branchen wie Infrastruktur, Konsumgüter, Verkehr, Freizeit und medizinische Versorgung wird in Zukunft investiert.

„Macau weist starke Lücken in der Infrastruktur auf, die es in den nächsten Jahren zu schließen beabsichtigt. Dazu kommt die verstärkte Nachfrage nach Konsumgütern und Markenartikeln im Zusammenhang mit dem steigenden Wohlstand“, so der China- und Macau-Experte Johannes Wesemann von Wesemann Weissel & Partner http://www.wwpa.at . Dies sei alles ist auf die boomende Glücksspiel- und Tourismuswirtschaft zurückzuführen. Der Aufschwung der ehemaligen portugiesischen Kolonie – nur knapp 60 Kilometer von Hongkong entfernt – hatte schon seit der Rückkehr zu China begonnen. Macau zählt derzeit weltweit zu den Regionen mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Nach einer BIP-Steigerung von 15,6 Prozent im Jahr 2003 ist die Wirtschaft in der chinesischen Sonderverwaltungszone 2004 sogar um 28 Prozent gewachsen.

Nun plant die chinesische Regierung, die Glücksspielindustrie in Macau massiv auszubauen und die Stadt zum „Las Vegas Asiens“ zu machen. Daraus wird zusätzliches starkes Wachstum in den genannten Branchen entstehen. „Macau ist nicht nur für seine Casinos bekannt, sondern zieht auch als wichtige wirtschaftsorientierte Dienstleistungsplattform im Pan-Pearl-River-Delta die Aufmerksamkeit internationaler wie auch chinesischer Unternehmen auf sich. In dieser Region leben 450 Mio. Menschen, so viele wie in der ganzen Europäischen Union“, meint Wesemann. Die Regierung Macaus hat als eines der wesentlichen Ziele die Verbesserung und Entwicklung der Rahmenbedingungen für den Dienstleistungssektor definiert. Darunter werden speziell die Bereiche Management, Beratung, Wirtschaftsprüfung, Architektur, Immobilienentwicklung und -verwaltung, medizinische Versorgung, Einzel- und Großhandel sowie Franchising, Reederei, Lagerung und Transportwesen verstanden. Weiters werde großes Augenmerk auf die Branchen IT und Call Center gelegt.

Macau ist bemüht, seine geographischen Vorteile zu nutzen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland zu fördern. Unter Ausnutzung seines kulturellen Hintergrundes als portugiesische Kolonie. Aufgrund noch relativ niedriger Standort- und Lebenshaltungskosten sowie günstiger Steuersätze bietet es sich für Firmenniederlassungen als interessante Alternative zu Hongkong oder auf dem Festland Chinas an.

2004 wurden in Macau rund 15 Mio. Besucher registriert. Im Vergleich zu 2003 bedeutete dies eine Steigerung von 40 Prozent. Bis 2010 soll die Grenze von 20 Mio. Besuchern überschritten sein. „Macau bietet den Touristen viele Attraktionen und in diesem Jahr werden noch einige hinzukommen“, so Regina Bopp vom Macau-Fremdenverkehrsamt in Deutschland http://www.macau-info.de im pressetext-Interview. „18 Casinos gibt es schon jetzt in der Stadt. Nun schickt sich das ehemals portugiesische und heute chinesische Macau an, zu einem wahren Mekka für Gambler aus aller Welt zu werden“, so Bopp. Was sich in wenigen Jahren auf dem Cotai-Strip vor Macau abspielen wird, lässt sich nur noch in Superlativen beschreiben: 15 Mrd. Dollar werden investiert, um zwischen Macau und den beiden vorgelagerten Inseln Coloane und Taipa ein Areal von mehr als vier Quadratkilometer mit Sand aufzuschütten. Hier soll das Gambling-Zentrum Macaus entstehen. Auf dem zukünftigen Las Vegas-Strip Asiens werden die Planer ihre bislang spektakulärsten Ideen verwirklichen. Die amerikanische Sands Corporation, Eigentümer des „Venetian“ in Las Vegas und des „Sands Macau“, will dort gemeinsam mit renommierten amerikanischen Hotelketten für rund 12 Mrd. Dollar bis 2007 das Vergnügungsviertel „Venetian Macau Casino Resort“ errichten. 1.500 Luxussuiten, ein riesiges Kongresszentrum, 15 exquisite Restaurants, eine 15.000 Zuschauer fassende Arena, ein Showroom für 2.000 Personen und ein Einkaufszentrum mit zusätzlichen Restaurants. Das gesamte Resort beherbergt künftig mehrere Casino-Hotels mit 60.000 Betten. Geschäftspartner wie Shangri-La Hotels & Resorts, Hyatt, Marriott oder Four Seasons sind im Gespräch mit „Sands“-Mogul Sheldon G. Adelson und wollen sich beteiligen.

Einer der Herrscher in der Casino-Branche ist Steve Wynn, der bereits in diesem Jahr in Las Vegas das teuerste Hotel der Welt eröffnete. Auch er hat für Macau große Pläne und lässt gerade für rund 700 Mio. Dollar gegenüber dem legendären „Hotel Lisboa“ das imposante „Wynn Macau“ mit 350 Spieltischen, 900 Slot-Machines und 600 Hotelzimmern bauen. Das ruft auch den Konkurrenten MGM-Mirage auf den Plan: 975 Mio. Dollar soll das bis 2007 fertig gestellte „MGM Grand Macau“ kosten. Auch hier werden 600 Hotelzimmer auf 28 Etagen untergebracht sein.

Wolfgang Weitlaner, email: weitlaner@pressetext.com, Tel. +43-1-811 40-307