WSOP 2008: Jan von Halle verpasst das Bracelet

Event#38: USD 2.000 Pot-Limit Hold’em

Alle deutschen Hoffnungen in diesem Event ruhten auf Jan von Halle, der gutgelaunt als Chipleader in den heutigen Tag gegangen war. Leider hatte der Hamburger trotz weitgehend souveränen Spiels nicht das Glück auf seiner Seite und beendete das Turnier nur als Viertplatzierter.

Hier zunächst die Ausgangssituation vor dem Finaltag:

Jan von Halle 485.000
Lee Watkinson 357.000
Robert Cheung 352.000
Ayaz Mahmood 314.000
Chris Bell 260,000
Keith Greer 258.000
David Kitai 214.000
Michael Greco 120.000
Ben Roberts 82.000

Das Turnier wurde in Level 18 (Blinds 6.000/12.000) wieder aufgenommen, die Spieler gingen zunächst äußerst bedächtig vor. Buttonraise/Fold/Fold – so sah das übliche Procedere aus. Flops wurden etwa so selten gesehen wie veritable Flugsaurier in der Lüneburger Heide. Action gab es nur, wenn preflop Nuts verteilt wurden, wie etwa in Hand 24 des Tages, als Michael Greco K [key:card_hearts] K [key:card_diamonds] fand, nach einer moderaten Bet von Chris Bell geraist wurde und all-in pushte. Bell callte augenblicklich und drehte A [key:card_clubs] A [key:card_diamonds] um. Das Board brachte keinerlei Hilfe für Greco, der somit den neunten Platz für USD 22.573 belegte.

Nur fünf Hände später erwischte es den Shortstack Ben Roberts, der notgedrungen mit 7 [key:card_hearts] 7 [key:card_spades] all-in ging und von Robert Cheung (K [key:card_diamonds] J [key:card_diamonds]) gecallt wurde. Am Turn fand Cheung , damit war es um Roberts geschehen. Platz acht und USD 30.831 für seine Leistung.

Jan von Halle spielte zu diesem Zeitpunkt absolut diszipliniert, setzte zuweilen zu gelungenen Stelas an und verteidigte ansonsten tapfer seinen Chiplead. In Level 20 (Blinds 10.000/20.000) ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Ayaz Mahmood ging ziemlich shortstacked mit J [key:card_clubs] 9 [key:card_hearts] auf einen Flop 3 [key:card_clubs] J [key:card_hearts] Q [key:card_clubs] all-in und fand in Chris Bell (Q [key:card_clubs] 4 [key:card_spades]) einen dankbaren Bezahler. Turn und River brachten Blanks und Mahmood war als Siebtplatzierter (für USD 39.089) eliminiert.

Exakt acht Minuten später war es um Robert Cheung geschehen, der nach Bet/Raise/Reraise mit 9 9 gegen Chris Bells A K antrat. Bell fand auf dem Board eine Nutstraight. Plart sechs für Cheung und USD 50.100.

Jan von Halles Chancen schienen zu steigen, als wenig später mit Lee Watkinson der letzte Promi an die Rails musste. Mit: A 4 setzte der an, Chris Bell setzte ihn A 6 all-in. Das Board brachte ausschließlich Blanks, die 6 hielt als besserer Kicker. Watkinson kassierte für Platz fünf USD 63.313.

Die Schlüsselhand für Jan war die 75. des Tages, leider nicht gerade ein positives Erlebnis für den Hamburger, der bis dahin immer noch prächtig dabei war: Davidi Kitai erhöhte preflop um 70.000, von Halle callte. Auf den Flop 10 [key:card_diamonds] 3 [key:card_hearts] K [key:card_clubs] checkten beide Spieler. Auf den Turn 4 [key:card_diamonds] wettete Jan 60.000, der Belgier callte nach kurzer Überlegung. River: K [key:card_diamonds]. Jan checkte und Kitai setzte 100.000. Jan vermutete offenbar einen Bluff und callte. Als Kitai A [key:card_diamonds] J [key:card_diamonds] zum Nutflush umdrehte, muckte Jan seine Karten und war plötzlich nur noch Vierter. Eine Zeitlang verteidigte Jan 50outs seinen Stack, doch in Hand 99 war die Messe für den Hamburger gelesen. Kitai bettete preflop 75.000, Jan callte. Auf den Flop 9 [key:card_spades] A [key:card_hearts] 7 [key:card_diamonds] checkten beide Spieler. Der Turn Q [key:card_diamonds] veranlasste Jan zu einer Bet von 162.000, Kitai ging sofort all-in, Jan callte notgedrungen und drehte Q [key:card_spades] 10 [key:card_diamonds] um. Der Belgier hielt jedoch A [key:card_diamonds] 4 [key:card_hearts]. Der River 8 [key:card_diamonds] brachte von Halle keine Verbesserung. Leider nicht das erhoffte Bracelet für Jan von Halle, aber immerhin der dritte Cash bei der WSOP 2008, der mit USD 77.077 recht ordentlich ausfiel.

Bereits in der nächsten Hand hatte Keith Greer die Faxen dicke und beantwortete ein Raise von Bell mit einem All-in. Greer hielt Pocketjacks und lief Bell (Q Q) ins offene Messer. Nur Blanks auf dem Board brachten Greer das Aus, aber immerhin USD 94.695 für Platz drei.

Das Heads-up begann so: Bell 1.425.000, Kitai 997.000. Und es sollte ein rekordverdächtiges Match werden: Fast fünfeinhalb Stunden (!!!) beackerten sich die beiden Spieler, ehe in Hand 287 (!) des Tages endlich die Entscheidung fiel. Hier die entscheidende Hand: Bell: A [key:card_spades] J [key:card_spades], Kitai A [key:card_diamonds] Q [key:card_spades]. Das Board brachte nur Blanks. Das Bracelet im USD 2.000 Pot-Limit Hold’em geht also samt USD 244.546 mit David Kitai nach Belgien. Runner-up Chris Bell muss sich mit USD 155.806 begnügen.

Die Ergebnisse im Überblick:

1. David Kitai USD 244.546
2. Chris Bell USD 155.806
3. Keith Greer USD 94.695
4. Jan von Halle USD 77.077
5. Lee Watkinson USD 63.313
6. Robert Cheung USD 50.100
7. Ayaz Mahmood USD 39.089
8. Ben Roberts USD 30.831
9. Michael Greco USD 22.573

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