WSOP 2008: Bracelets für Frank Gary und John Phan

Event # 41: USD 1.500 Mixed Hold’em, Finaltisch

Mit großen Hoffnungen ging der Bochumer Dr. Alex Jalali an den Finaltisch des USD 1.500-Mixed-Hold’em-Events. Der 34-jährige Facharzt für Dermatologie rangierte zwar zu Beginn mit 204.000 in Chips nur auf Rang fünf im Chipcount, allerdings lag das Feld der verbliebenen neun Spieler dicht zusammen. Chipleader war Mats Gavatin aus Schweden mit 405.000 und die wenigsten Chips brachte der Ire Chris Rentes (132.000) mit an den Tisch.

Das Finale wurde mit Limit Hold’em und Blinds bei 5.000/10.000 (Betting Limits: 5.000/20.000) eröffnet und Nick Binger, der jüngerer Bruder des bekannten Michael Binger, übernahm sofort das Kommando. Binger übernahm in den ersten 30 Minuten die Führung und eliminierte anschließend in der ersten No-Limit-Runde gleich vier Spieler. David Sorger ging shortstacked mit seinen letzten 40.000 und A [key:card_hearts] J [key:card_hearts] all-in, Binger callte und drehte A [key:card_diamonds] K [key:card_diamonds] um. Das Board brachte keine Hilfe für den 34-jährigen Kanadier, der USD 19.956 Preisgeld erhielt.

Danach folgten in kurzen Abständen Michael Chu (Platz acht für USD 27.439), Mats Gavatin (Platz sieben für USD 34.923) und David MacHowsky (Platz sechs für USD 44.902). Binger wurde in dieser frühen Phase geradezu überschüttet mit starken Händen. Bestes Beispiel war die Eliminierung von MacHowsky, der nach dem x-ten Raise von Binger vor dem Flop all-in pushte, gecallt wurde und 3 [key:card_diamonds] 3 [key:card_clubs] umdrehte. Binger legte A [key:card_clubs] A [key:card_spades] in die Mitte und der Flop brachte A [key:card_hearts] K [key:card_hearts] K [key:card_clubs].

Das Tableau sah nach der ersten Stunde dementsprechend aus. Binger hielt 1.377.000 in Chips, Jonathan Tamayo 316.000 und für Frank Gary (183.000), Alex Jalali (172.000) sowie Chris Rentes (141.000) sah es ziemlich düster aus.

Binger gab danach zwar ein paar Chips an die Konkurrenten ab, ließ es sich aber nicht nehmen, auch den fünften Spieler höchstpersönlich vom Tisch zu nehmen. Und leider traf es diesmal den deutschen Meister von 2005 und Gewinner des Master Classics of Poker in Amsterdam 2006, Alex Jalali. Kurz zuvor hatte Jalali im No-Limit einen großen Pot gegen Tamayo verloren, sodass ihm nur noch 104.000 in Chips blieben, die mit A [key:card_diamonds] Q [key:card_spades] in die Mitte gingen. Binger ging ebenfalls all-in, alle anderen foldeten, und zeigte Pocketjacks. Man musste kein Prophet sein, um zu tippen, dass auch diesmal die Hand von Binger durchhält. Und so war es auch, das Board zeigte 6 [key:card_clubs] 7 [key:card_hearts] 7 [key:card_spades] K [key:card_hearts] 2 [key:card_clubs] und Alex Jalali musste sich mit den fünften Rang und USD 56.875 begnügen. Wenn man bedenkt, dass es der erste Auftritt des 34-Jährigen bei der WSOP war, kann man allerdings nur den Hut ziehen.

Der Lauf von Nick Binger hielt aber nicht unendlich an. Zwar schickte er auch Chris Rentes an die Rails, nachdem dieser seine restlichen 50.000 mit 5 [key:card_diamonds] 6 [key:card_diamonds] investiert hatte und Binger vom Big Blind (10.000) mit 7 [key:card_diamonds] 2 [key:card_spades] gecallt hatte (Board: K [key:card_spades] J [key:card_diamonds] 4 [key:card_clubs] 10 [key:card_clubs] Q [key:card_spades]). Doch danach wendete sich das Blatt. In Level 22 hatte Tamayo plötzlich zu Binger aufgeschlossen (beide 970.000) und einen Level später führte Tamayo mit 1.173.000 in Chips vor Gray (649.000). Nick Binger war der Shortstack mit 371.000 und schied in Level 24 tatsächlich auf Rang drei aus.

Gespielt wurde Limit Hold’em (Blinds: 20.000/40.000). Vor dem Flop kam es zwischen Binger und Tamayo zum Cap (eine Bet und vier Raise) und nach dem Flop (2 [key:card_hearts] 10 [key:card_diamonds] 7 [key:card_hearts]) ging es für Binger bereits all-in. Tamayo zeigte Pocketqueens und lag deutlich vor dem Paar Dreien von Binger. Turn und River änderten nichts, sodass nach dem sensationellen Start ein enttäuschender dritter Platz sowie USD 84.814 für Binger blieben.

Tamayo führte im Heads-up mit 1,4 Millionen zu 800.000 Chips, doch am Ende triumphierte Frank Gary. Vor der alles entscheidenden Hand war der Chipstapel von Tamayo auf 129.000 gesunken. No-Limit stand auf dem Programm und Tamayo ging mit Q [key:card_hearts] 7 [key:card_spades] all-in. Gary callte mit A [key:card_spades] 3 [key:card_hearts], der Flop brachte A [key:card_clubs] 6 [key:card_spades] 4 [key:card_clubs] und damit das Paar Asse für den 42-Jährigen. Die 8 [key:card_spades] auf dem Turn und die 2 [key:card_spades] am River beendeten ein langes Finale im 25. Level. Während Gary für seinen Sieg USD 219.508 und das Bracelet abräumte, blieben für Runner-up Jonathan Tamayo immerhin USD 140.093 Preisgeld.

Das Ergebnis:

1. Frank Gary USD 219.562
2. Jonathan Tamayo USD 140.093
3. Nick Binger USD 84.814
4. Chris Rentes USD 69.348
5. Alex Jalali USD 56.875
6. David Machowsky USD 44.901
7. Mats Gavatin USD 34.923
8. Michael Chu USD 27.439
9. David Sorger USD 19.956

Event #40: USD 2.500 2-7 Triple Draw, Finaltisch

Die Situation zu Beginn des Finales im 2-7 Triple Draw sah wie folgt aus:

1. John Phan 294.000
2. Gioi Luong 291.000
3. Robert Mizrachi 215.000
4. Shun Uchida 200.000
5. Ben Ponzio 113.000
6. David Sklansky 78.000

Das Spiel begann in Level 17 (3.000/5.000) und der als Shortstack gestartete David Sklansky verlor gleich zwei wichtige Hände. Der Pokerstratege musste dann auch als erster Spieler den Finaltisch wieder verlassen. Nichts passte zusammen und so war er in der entscheidenden Hand mit seinen verbliebenen 12.000 Chips bereits vor dem ersten Draw gegen Robert Mizrachi all-in. Im Showdown drehte Mizrachi 8 7 5 3 2 um, Sklansky 2 3 4 6 und eine weitere Sechs zum vernichtenden Paar. Natürlich gab es Beifall von den Zuschauern, aber dieser sowie USD 20.528 Preisgeld werden David Sklansky nicht befriedigen.

Auf Rang fünf erwischte es Ben Ponzio, der von Chipleader John Phan aus dem Turnier genommen wurde und sich mit USD 28.739 Preisgeld zufriedengeben musste. Phan sorgte dann auch zusammen mit Gioi Luong dafür, dass Robert Mizrachi innerhalb von zwei Händen plötzlich am Ende des Chipcounts zu finden war (69.000). Der Bracelet-Gewinner von 2007 im kleinen H.O.R.S.E-Event hielt zwar noch länger als einen Level durch, verließ aber frustriert den Tisch, nachdem er gegen Luong (10 6 5 4 2) seine letzten Chips abgegeben hatte (J 8 6 4 2). Sein Preisgeld beträgt USD 41.055.

Auf dem dritten Platz war Endstation für Gioi Luong (USD 61.583). Nach der ersten Tauschrunde kam es gegen Phan zum All-in. Gioi verzichtete in den beiden verbliebenen Runden darauf, weitere Karten zu tauschen, während Phan jeweils zwei Karten nahm. Die Chancen standen also gut für Loung, der 8 7 6 5 2 umdrehte, doch es reichte nicht. Phan zeigte im Showdown 7 6 5 4 2 und das Heads-up war erreicht.

Dort waren die Chipcounts zunächst ausgeglichen, doch John Phan machte Druck und lag vor der alles entscheidenden Hand ganz deutlich vorn. Shun Uchida hatte nur noch 127.000 im 24. Level (13.000/25.000) und die ersten 75.000 waren schon vor dem ersten Draw im Pot. Nachdem die ersten Karten getauscht waren (Uchida: 2, Phan: 3), ging dann auch der Rest in die Mitte. Uchida tauschte danach eine weitere Karte, während Phan bereits bedient war. Uchida tauschte auch im dritten Anlauf eine Karte und drehte schließlich 8 7 6 5 3 um. Zu wenig gegen John Razor Phan, der mit 7 6 4 3 2 „number two“ umdrehte und innerhalb einer Woche seine zweites Bracelet in Empfang nahm. Diesmal gab es USD 151.896 Preisgeld, für Runner-up Shun Uchida blieben USD 95.795.

Das Ergebnis:

1. John Phan USD 151.911
2. Shun Uchida USD 95.795
3. Gioi Luong USD 61.582
4. Robert Mizrachi USD 41.055
5. Ben Ponzio USD 28.738
6. David Sklansky USD 20.527

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