WSOP 2008: Marty Smyth im Pot-Limit Omaha nicht zu schlagen

Event 50: USD 10.000 World Championship Pot-Limit Omaha, Finaltisch

Eine illustre Runde Pokerspieler versammelte sich am Dienstag zum Finale der World Championship Pot-Limit Omaha in der ESPN-TV-Arena. Allen voran Chipleader Michael The Grinder Mizrachi, der in seiner Karriere schon über sechs Millionen Dollar an Turniergewinnen verbucht hat und in diesem Jahr bei der WSOP bereits bei vier Turnieren unter den ersten 15 landen konnte. Diesmal sollte es dann endlich das lang ersehnte Bracelet sein und das wäre dann auch in der Familie geblieben, denn im vergangenen Jahr gewann sein älterer Bruber Robert genau dieses Turnier.

Aber Mizrachi bekam es mit schwerer Konkurrenz zu tun. Marty Smith beispielsweise, der 2007 die Irish Open und vor zwei Monaten die PartyPoker World Open gewann, dazu kommt noch der zweite Platz bei der Ladbrokes Poker Million VI im Dezember 2007. Insgesamt sprangen dabei über 1,5 Million Dollar an Turniergewinnen heraus. Dazu gesellte sich auch noch Billy Argyros, dessen Name allerdings nichts mit der griechischen Spezialität zu tun hat. Billys Leidenschaft sind vielmehr Krokodile und die kommen vermehrt aus Australien, wo der 50-Jährige auch beheimatet ist und seinem Outfit entsprechend The Croc genannt wird.

Interessant ist ebenfalls die Geschichte zu Richard Harroch, der laut eigener Aussage bis vor zwei Tagen noch nie Pot-Limit Omaha gespielt hat. Er spielt allerdings schon seit zehn Jahren bei der WSOP und ist Coautor des Buches „Poker for Dummies“, daher wird ihm die Omaha-Variante vielleicht doch nicht gänzlich unbekannt sein.

Kommen wir jetzt aber zum Geschehen am Final Table und zu den Chipständen der neun Finalisten:

Michael Mizrachi – 1.767.000
Brandon Moran – 1.286.000
Kido Pham – 1.080.000
Marty Smyth – 1.068.000
Billy Argyros – 729.000
Greg Hurst – 637.000
Peter Jetten – 492.000
Richard Harroch – 372.000
Tom Hanlon – 192.000

Shortstack Tom Hanlon erwischte einen guten Start, sammelte in Hand #1 zunächst die Blinds an und verdoppelte gleich im Anschluss auf Kosten von Mizrachi. So kam es, dass Hanlon sogar noch zwei Spieler überlebte, ehe er auf Rang sieben (USD 134.302) seinen Stuhl räumen musste. Zuvor hatte es nämlich Greg Hurst erwischt, der mit A [key:card_diamonds] A [key:card_spades] 9 [key:card_clubs] 8 [key:card_hearts] ein Raise von Mizrachi (A [key:card_clubs] K [key:card_hearts] 5 [key:card_hearts] 4 [key:card_clubs]) gecallt hatte und am Flop (7 [key:card_clubs] 6 [key:card_hearts] 3 [key:card_hearts]) in die fertige Straight des Chipleaders rannte. Hurst blieben Rang neun und USD 80.581.

Platz acht (USD 107.442) im Gesamtklassement belegte Brandon Moran und auch diesmal gingen die Chips (480.000) an Mizrachi, der ein Set Asse floppte und schließlich mit einem Full House Hand #45 gewann. Sieben Hände später war dann auch Hanlon an der Reihe und wieder musste Mizrachi die Arbeit übernehmen. Diesmal reichten aber zwei Paare, um Hanlon die restlichen 240.000 zu entlocken. Als The Grinder Mizrachi dann auch noch gegen die Asse von Kido Pham ein Set Zehnen floppte und diesen ebenfalls vom Tisch nahm (Platz sechs für USD 170.116), sah alles nach einem Start-Ziel-Sieg aus. Doch es sollte ganz anders kommen.

Zwischen Hand #66 und #71 verlor Mizrachi gleich vier große Pots und damit viele Chips an Billy Argyros und vor allem an Marty Smyth. Der Ire übernahm mit 2,6 Millionen sogar die Führung. Und auch Argyros, Peter Jetten und Harroch hatten die Marke von einer Million Chips überschritten, sodass es ganz eng wurde.

Smyth eliminierte dann sogar Harroch auf Platz sechs (USD 214.994) und baute die Führung weiter aus. In Hand #98 kam Mizrachi aber wieder ran. Es war eine kuriose Situation, denn einige Hände zuvor verpasste der Australier dem US-Amerikaner einen saftigen Bad Beat, als er einen Gutshot-Straightdraw traf und gegen das Set Asse von Mizrachi gewann. Diesmal drehte Mizrachi den Spieß aber um, Argyros hatte das Set Asse gefloppt und Mizrachi machte am Turn die Broadway-Straight perfekt. Der Unterschied lag darin, dass Argyros damit auf Rang vier (USD 268.605) ausgeschieden war.

Doch auch für Mizrachi war der Traum vom Bracelet wenig später ausgeträumt. Vor dem Flop kam es zum All-in gegen Peter Jetten, der A [key:card_hearts] A [key:card_clubs] Q [key:card_spades] 8 [key:card_clubs] hielt. Diesmal hielt die bessere Starthand durch, denn Mizrachi konnte sich mit A [key:card_spades] K [key:card_clubs] 5 [key:card_clubs] 3 [key:card_spades] nicht entscheidend verbessern. Platz drei und USD 331.279 für The Grinder.

Heads-up lagen Jetten und Smyth fast gleichauf, es wurde ein harter Zweikampf um das Bracelet und die Siegprämie von USD 859.549. In Hand #127 übernahm Jetten zum zweiten Mal die Führung, aber nur fünf Hände später musste er sich doch geschlagen geben. Vor dem Flop limpte der Kanadier zunächst und callte dann das Raise von Smyth. Der Flop brachte Q [key:card_clubs] 9 [key:card_hearts] 10 [key:card_clubs], der Ire setzte Potgröße (600.000), Jetten raiste ebenfalls Pot und schließlich gingen alle Chips in die Mitte. Im Showdown zeigten beide eine fertige Straight, aber Smyth hielt K [key:card_clubs] J [key:card_clubs] für den zusätzlichen Royal Flushdraw. Die Turncard brachte 7 [key:card_diamonds], also keine Veränderung. Aber am River wurde die 6 [key:card_clubs] umgedreht, der Flush für Smyth war angekommen und damit auch das Bracelet unter Dach und Fach gebracht. Der 23-jährige Jetten musste aber nicht traurig sein, denn USD 528.257 bedeuten sein mit Abstand größtes Preisgeld in der noch jungen Karriere als Pokerprofi.

Das Ergebnis:

1. Martin Smyth USD 859.549
2. Peter Jetten USD 528.256
3. Michael Mizrachi USD 331.279
4. Billy Argyros USD 268.605
5. Richard Harroch USD 214.884
6. Kido Pham USD 170.116
7. Tom Hanlon USD 134.302
8. Brandon Moran USD 107.442
9. Greg Hurst USD 80.58

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