WSOP 2008: Gemischte Gefühle an Tag 2B

Sage und schreibe 2.379 Spieler starteten gestern mittag mit großen Hoffnungen in Tag 2B des Main Events der WSOP 2008. Am Ende des Tages waren nur noch 855 von ihnen im Rennen. Das heißt auch, dass sich heute um 12 Uhr noch rund 1.300 verbliebene Teilnehmer um die 666 Geldränge balgen werden. Einige Stars werden von den Rails aus zusehen: Namhafte Spieler wie Titelverteidiger Jerry Yang, die Team PokerStars Pros Joe Hachem, Isabelle Mercier und Bill Chen, Eric Lynch, John Juanda, Shannon Elizabeth, Carlos Mortensen, Phil Laak, Clonie Gowen und Brian Townsend gehören zu den prominenteren „Opfern“ von Tag 2B.

Gemischte Gefühle also im Rio in Las Vegas, denn andere Stars haben ihren Weg in Tag 3 locker geschafft. Unter ihnen Victor Ramdin, Nenad Medic, Phil Hellmuth, Jean-Robert Bellande, Jeff Madsen, John D’Agostino, Phil Gordon, Shawn Sheikhan, Gus Hansen und Mike Matuso. Phil Hellmuth wusste die Railbirds dabei besonders zu beeindrucken. Beispiel? Hellmuth, der sich lieben langen Tag lang immer wieder verbal mit einem skandinavischen Tischgenossen angelegt hatte, callt eine Bet seines Lieblingsfeindes. Das Board lautet J 5 6. Der „Feind“ knallt 5.000 in die Mitte, Hellmuth callt kaltlächelnd. Turn: 5. Der Feind überlegt – und checkt! Hellmuth bettet 7.000. Fast alle Beobachter sind sich sicher: Der Feind hat entweder A J oder ein Overpair. Hellmuth ist das wurscht. Der 1,95-Meter-Mann steht auf, setzt seine Sonnenbrille auf und sagt zu seiner Frau „Darling, go start the car“. Der Skandinavier überlegt geschlagene fünf Minuten, Hellmuth verlangt nach einer Uhr. Der Gegner schwitzt, überlegt, spielt mit den Chips – und foldet schließlich! Phil Hellmuth feixt und zeigt den lauernden Journalisten, die hinter ihm stehen… 2 4 offsuit! Sein Gegner war noch eine halbe Stunde später so geschockt, dass er kaum eine Hand spielte…

Im Lager von PokerStars herrscht nach diesem Tag ebenfalls eitel Sonnenschein: Team Pro-Mitglied Victor Ramdin hat den Tag mit sensationellen 358.000 (Zahlen leider alle wie gewohnt noch inoffiziell) abgeschlossen und gehört damit zu den Top Five. Und Bertrand Elky Grospellier steht nach langer Durststrecke mit 170.000 ebenfalls gut über Average da. Hevad Khan steht nach einem ständigen Auf und Ab bei 98.000 und Chris Moneymaker hat 50.000, nachdem er die 100.000er Marke schon fast erreicht hatte.

Für eine Riesenüberraschung sorgte ein PokerStars-Qualifikant: Christophe Gross aus Saarbrücken, saß den ganzen Tag über cool und relaxt an seinem Tisch, zeigte hübsche Chiptricks und verwaltete ansonsten seinen Stack, der stets zwischen 80.000 und 90.000 lag. Obwohl der später eliminierte Ex-Champion Carlos Mortensen mit an seinem Tisch saß. Am Ende des Tages drehte der junge Mann mit den Rastalocken und den großen Headphones plötzlich auf, groovte hinter zuletzt erfassten 195.000 und darf sich damit größte Hoffnungen machen, in die Geldränge zu gelangen!!

Für unseren letzten verbliebenen IntelliPoker-Qualifikanten Normen Schulz aus Lübeck lief es dagegen bei Weitem nicht so gut. Mit knapp über 10.000 in den Tag gestartet, startete der 21-jährige Freeroll-Gewinner zwischendurch bis auf 45.000 durch, um kurz nach der vorletzten Pause mit den letzten 18.000 all-in zu gehen. Leider traf er dabei mit A Q auf A K und zu allem Überfluss fand sein Gegner auf dem Board einen König. „Macht nix, ich hatte eine super Zeit hier in Las Vegas“, so das Fazit des Freeroll-Gewinners.

Einigermaßen lief es für Österreichs Hoffnung (neben Markus Golser, der heute wieder ins Geschehen eingreift) Sigi Stockinger. Der Siginator hat 68.000 in Chips und damit etwa 1.000 mehr als Filmschauspieler Chuck Norris, der ebenfalls hier in Sin City zugegen ist. Eher passiv spielte die von PokerStars unterstützte TV-Moderatorin Kara Scott, die mit ausgezeichneten 111.000 in den Tag gestartet war. Am Abend hatte sie noch 84.000: „Ich habe ein paar kleine Pötte gewonnen, aber einen ganz großen verloren“, so das Fazit der schönen Kara.

Da – wie erwähnt – die offiziellen Chipcounts noch längst nicht vorliegen, können wir über den Verbleib der erstlichen Deutschen noch nicht berichten. Ganz sicher ausgeschieden sind Stephan Hachmeister, Daniel Zink, Alexander Peck und Erich Klapper. Der Schweizer PokerStars ShootingsStars-Spieler Anton Allemann hatte schon deutlich über 100.000 Chips eingesammelt, wagte dann einen Mega-Bluff und musste danach ebenfalls zuschauen.

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