WSOP 2008: Felix bleibt dabei!

Mit dem Ende von Level 23, endete auch der fünfte Turniertag der USD 10.000 World Championship Texas No-Limit Hold’em im Amazon Room des Rio All-Suite Hotel & Casino. 189 Spieler waren angetreten und 79 werden wir auch am sechsten Tag wiedersehen.

Unter ihnen befindet sich mit Felix Osterland noch ein einziger Spieler aus dem deutschsprachigen Raum. Der 22-jährige PokerStars-Qualifikant liegt mit etwas über einer Million Chips zwar nur im unteren Mittelfeld, aber gefährdet war sein Turnierverbleib zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil, denn zunächst schraubte er seinen Stack sogar auf 1,8 Millionen hoch, ehe es doch noch ein wenig bergab ging. Richtig unter Druck ist Felix noch nicht, da die Blinds im 24. Level bei moderaten 15.000/30.000 liegen, mit einer Ante von 4.000.

Vito Branciforte musste gleich ein paar Chips abgeben und hielt noch 500.000, als er zum großen Schlag ausholte. Der Flop zeigte K [key:card_spades] 7 [key:card_hearts] J [key:card_hearts] und Joshua Freeman setzte den 33-Jährigen all-in. Doch Vito musste nicht lange über den Call nachdenken und zeigte im Showdown Pocketkings zum Set. Pech für Freeman, der mit Pocket-Siebenen ebenfalls ein Set umgedreht hatte. Während für Freeman wenig später das Aus kam (Platz 156), lag Vito mit über einer Million in Chips wieder gut im Rennen.

Vito BranciforteDoch einen Level später folgte die harte Bruchlandung. Gegen Paul Snead landeten nach dem Flop mit Q [key:card_spades] 10 [key:card_clubs] 5 [key:card_clubs] alle Chips in der Mitte. Die Ausgangsposition nach dem Showdown war gut, denn Vito zeigte Pocket-Fünfen zum Set, während Snead Q [key:card_clubs] 10 [key:card_diamonds] für zwei Paare umgedreht hatte. Der J [key:card_clubs] als Turncard machte es aber richtig spannend, denn zu den Full-House-Outs hielt Snead auch noch einen Flushdraw. Vito umarmte seinen Kumpel an der Rail und konnte gar nicht hinschauen. Doch alles Beten nützte nichts, die 4 [key:card_clubs] machte fast alles zunichte – der Flush war angekommen und Vito mit nur noch 200.000 Chips shortstacked. Wenig später war er erneut all-in, wieder mit der besseren Hand, wieder gegen Snead. Vito hielt A K, Snead K Q und am Turn kam die unerwünschte Queen. Platz 101 und USD 41.816 für den unglücklichen Vito Branciforte.

Bei Cort Kibler-Melby aus Berlin lief es zu Beginn hervorragend. Gleich in der zehnten Hand konnte er seinen Stack verdoppeln, als es mit A K gegen Pocketqueens vor dem Flop zum All-in kam. Cort fand ein As im Flop und baute seinen Stack auf 470.000 Chips aus. Und es kam noch besser, denn kurz vor Ende von Level 20 (6.000/12.000, Ante: 2.000) raiste er vom Hijack mit K 5 suited, der Small Blind callte und der Flop brachte Q 5 5. Da sein Gegner A Q hielt, kam es auch hier zum All-in, der Drilling hielt stand und plötzlich waren es schon 866.000 in Chips.

Doch dieser Lauf hielt leider nicht an und Cort verlor danach zwei große Pots. Einen davon an Phil Hellmuth, der wiederum einen schlechten Start in den Tag hatte und schon unter 300.000 Chips gerutscht war. Während Hellmuth dann sogar die Marke von einer Millionen Chips durchbrechen konnte, war für Cort im 22. Level (10.000/20.000, Ante: 3.000) Endstation. Knapp 300.000 Chips waren ihm geblieben, als er vor dem Flop vom Button mit K [key:card_hearts] 9 [key:card_spades] all-in pushte. Nikolay Losev callte das Ganze vom Small Blind mit A [key:card_hearts] Q [key:card_hearts] und das Board brachte 3 [key:card_diamonds] 3 [key:card_clubs] 3 [key:card_spades] Q [key:card_spades] 8 [key:card_hearts]. Am Ende war es ein starker 99. Platz für den sympathischen Cort Kibler-Melby, der damit als erster Spieler die nächste Preisstufe mit USD 51.466 erreicht hatte.

Der letzte verbliebene Team-PokerStars-Pro war Victor Ramdin und für ihn sah es lange Zeit exzellent aus. Besonders ein starker Call zahlte sich für Ramdin aus. Er hatte mit K 10 vom Cut-off geraist und wurde von insgesamt drei Spielern gecallt. Der Flop brachte 10 7 2 und Ramdin zahlte eine Bet in Höhe von 60.000, während zwei andere Spieler sich aus der Hand verabschiedeten. Mit der 3 [key:card_spades] folgte eine zweite Karte in Pik und wieder setzte sein Gegner, diesmal 225.000. Eine schwere Entscheidung stand bevor mit Top Pair und König als Kicker.

Doch Victor callte wieder, der River brachte eine Sechs (kein Pik) und der Einsatz erhöhte sich auf 360.000. „Ich hatte einen guten Read und war mir sicher, dass er A Q oder K Q in Pik hält“, erzählte Ramdin in der Pause. Deshalb zahlte er natürlich und tatsächlich lag er gegen K [key:card_spades] Q [key:card_spades] vorn. Seinen Chipstack baute er damit auf 2,5 Millionen aus und lag an dritter Stelle. Doch dann lief so gut wie nichts mehr zusammen und zum Ende von Level 23 (12.000/24.000, Ante: 3.000) waren ihm nur noch 350.000 geblieben. Lediglich zwei Spieler hatten zu diesem Zeitpunkt, als noch 81 im Turnier waren, weniger vor sich stehen. Die Erlösung brachten dann Pocketkings, die noch einmal die volle Auszahlung gegen A [key:card_spades] 8 [key:card_spades] von Aaron Gordon brachten.

In der letzten Hand des Abends gab es dann noch ein Phil-Hellmuth-Special am TV-Table. PokerStars-Qualifikant Christian Dragomir eröffnete den Pot mit 80.000 und Hellmuth reraiste auf 255.000. Dragomir überlegte kurz, callte und der Flop brachte 9 [key:card_clubs] 10 [key:card_clubs] 7 [key:card_spades]. Hellmuth checkte und foldete, nach einer Bet des Rumänen für 300.000, offen A [key:card_spades] K [key:card_hearts]. Mike Matusow saß ebenfalls am TV-Table, lachte und forderte Dragomir auf, seinen Bluff zu zeigen. Der ließ sich nicht lange bitten und drehte 10 [key:card_diamonds] 4 [key:card_diamonds] um, zu viel für Phil Hellmuth, der (entrüstet über den Call vor dem Flop) von seinem Stuhl aufstand: „Hör mal zu Kumpel, du bist ein Idiot! Das ist der Main Event und du bist der schlechteste Spieler in der Geschichte!“

Die Zuschauer tobten und lachten, doch Hellmuth kriegte sich überhaupt nicht mehr ein, sodass er sogar eine Verwarnung kassierte. Dragomir war es schließlich, der Hellmuth mit den Worten „genug ist genug“ wieder in seinen Stuhl beförderte. Nachdem der Tag dann beendet war, schien alles bereinigt, denn die beiden gaben sich die Hand. Allerdings hatte der Auftritt des elffachen Bracelet-Siegers noch ein Nachspiel, denn er wurde mit einer Strafe belegt und muss am Sonntag zunächst eine Runde lang zuschauen.

Neben Ramdin, Hellmuth und Matusow sind aber nur noch eine Handvoll weitere bekannte Pros im Rennen. Zu diesen zählen Brandon Cantu (2,4 Millionen Chips), David Saab (1,45 Millionen) und Peter Eastgate (2,7 Millionen). Ausgeschieden sind dagegen Hoyt Corkins (162.), Chip Jett (161.), Gus Hansen (160.), Jeff Kimber (120.), Jeff Madsen (112.), Shawn Sheikahn (105.) und Mark Vos (80.). Auch für die von PokerStars gesponserte EPT-Repräsentatorin Kara Scott ist das Turnier beendet (104.). Eine andere Frau sorgt dagegen weiter für Furore. Tiffany Michelle liegt mit über 3,5 Million Chips ganz weit oben im Chipcount. Chipleader ist Mark Ketteringham mit ca. 5,7 Millionen, vor Andrew Brokos mit vier Millionen.

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