WSOP Main Event Finale: „Hats-Off“ für 21-jährigen Joe Cada und Holzfäller Darvin Moon

Von Michael Wulschnig

Nach 18 Stunden Poker auf dem höchsten Niveau stehen die beiden Finalisten fest. Fix ist somit auch, dass es einen amerikanischen Sieger geben wird. Der große Außenseiter Antoine Saout aus Frankreich beendete das Abenteuer Final Table beim Main Event der World Series of Poker auf dem dritten Platz. Er wurde von Cada aus dem Turnier genommen, während Moon für das Ausscheiden von Buchmann verantwortlich zeichnete. Man darf getrost den Hut vor der Leistung der beiden Finalisten ziehen.

Anknüpfend an die vorherige News, wo noch vier Spieler ihre Chancen wahrten, traf es als nächsten Eric Buchman, der im größten Pot bis zu diesem Zeitpunkt, den Hauptanteil seiner Chips an den Franzosen Saout übergeben musste. Mit A/K holte er gegen A/D die 89.000.000 auf seine Seite. Darvin Moon sorgte dann für das endgültige Abtreten von Buchman, indem er mit K/J gegen A/5 das bessere Ende für sich hatte. Für den 30-jährigen New Yorker bleibt ein stolzes Preisgeld von 2,5 Millionen Dollar.

Joe Cada (Bildquelle: ACEMag.net)
Joe Cada (Bildquelle: ACEMag.net)
Die Achterbahnfahrt von Antoine Saout endete mit der letzten Hand des Abends, besser gesagt in den frühen Morgenstunden. Schon bei der ersten Hand der letzten drei verbliebenen Siegesanwärter gingen der Franzose als Chipleader und Joe Cada mit nur halb sovielen Chips All-In. Das Duell hieß Pocket Deuces gegen Pocket Queens und der Amerikaner sicherte sich mit der geringeren Starthand und einem Treffer auf dem Flop die Führung.

Vier Hände später waren die beiden wieder All-In und Cada holte sich auch noch die restlichen Chips des Europäers. Saout hatte mit zwei Achtern gute Chancen gegen Cada´s A/K. Erst der River machte alle Hoffnungen des 25-jährigen zunichte, als ein König aufgedeckt wurde. Der Franozose verlässt die WSOP mit knapp 3,5 Millionen Dollar und scheint damit durchaus zufrieden sein:

“I’ve learned to be more aggressive, more confident and more comfortable around the cameras and lights. I’m very happy with the way I’ve played.”

Die Ausgangslage für das finale Heads-Up am Montagabend sieht also wie folgt aus: Joe Cada mit 135.950.000 Chips gegen 58.850.000 Chips bei Darvin Moon. Der 21-jährige Chipleader stand dreimal ganz knapp vor dem Ausscheiden mit der schlechteren Starthand und hatte dreimal das Glück den Pot noch zu gewinnen:

“If anyone ever hears me complain about poker again, they can knock me out,” scherzt Cada daher verständlichweise.

Für Moon verlief der Tag etwas anders. Er zeigte zwei unglückliche Manöver, wodurch er seine klare Führung schon früh verspielte. Einmal mit einem unerklärlichen Lay-Down und zum Zweiten mit einer eigenartigen Spielweise von A/4. Auf seine mögliche Nervosität lässt er sich das aber nicht schieben:

“I can’t get nervous at a card table, you don’t benefit from. You can’t get worse,” so der Kommentar des Holzfällers.

Die Wette zwischen Doyle Brunson gegen Daniel Negreanu kann also nur noch zu Gunsten des Altmeisters ausgehen. Für gehörig Medienrummel um die beiden Finalisten dürfte auch schon gesorgt sein.