Tipp24 AG: Deutsches Geschäft weiterhin negativ – Auslandswachstum hält an

Bericht über das erste Halbjahr 2009

(Hamburg, 3. August 2009) Die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2009 war durch das Inkrafttreten des absoluten Internetverbotes durch den Glücksspiel- Staatsvertrag gekennzeichnet. Dadurch wurde der Tipp24 AG die bisherige Geschäftsgrundlage in Deutschland entzogen. In der Folge erwirtschaftete das deutsche Segment zum ersten Mal seit 2001 ein negatives Halbjahres-EBIT in Höhe von –6.8 Mio. Euro (Vorjahr: +5,4 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse des deutschen Segments sanken um 92,3 Prozent auf 1,4 Mio. Euro. Zusätzlich belastet wurde das EBIT durch die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen.

Quartalsvergleich: Q.II 2009 / Q.II 2008 und Halbjahresvergleich: Q.I-II 2009 / QI-II 2008
Quartalsvergleich: Q.II 2009 / Q.II 2008 und Halbjahresvergleich: Q.I-II 2009 / QI-II 2008
Jens Schumann, Vorstandsvorsitzender der Tipp24 AG: „Nachdem wir uns bereits im ersten Quartal von einem Großteil unserer Mitarbeiter in Deutschland trennen mussten, haben wir uns im April als weitere Reaktion auf den Glücksspiel-Staatsvertrag auch von der Stimmrechtsmehrheit an den bisherigen englischen Tochtergesellschaften getrennt. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass der Staatsvertrag mittelfristig in wesentlichen Punkten verändert werden wird. Denn die Länder haben allein durch dieses Gesetz in den letzten Jahren über 7 Mrd. Euro an Spieleinsätzen verloren. Da diese von den Ländern nicht ersetzt werden können, fehlen die Gelder für wichtige Einrichtungen in den Bereichen Sport, Soziales und Kultur.“

Die Entwicklung des Auslandsgeschäfts konnte durch die Bündelung in Großbritannien vorangetrieben werden. Durch den konsequenten Ausbau des internationalen Geschäfts stieg das EBIT auf 29,8 Mio. Euro (Vorjahr: –1,0 Mio. Euro). Die im Ausland generierten Umsätze erhöhten sich von 2,9 Mio. Euro auf 46,0 Mio. Euro.

Das konsolidierte EBIT wuchs in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um rund 18 Mio. Euro auf 22,7 Mio. Euro an. Die EBIT-Marge stieg um 28,5 Prozentpunkte auf 48,9 Prozent. Das konsolidierte Ergebnis der Periode verbesserte sich auf 17,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro). Die konsolidierten Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtszeitraum um 115,9 Prozent auf 46,6 Mio. Euro.

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet der Vorstand einen Umsatzanstieg auf mindestens 85 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum soll das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei mindestens 40 Mio. Euro liegen. Sollte es zu statistisch ungewöhnlich hohen oder häufigen Gewinnausschüttungen kommen, würden beide Werte dadurch belastet.

Die Tipp24 AG wird ihre politische Lobbyarbeit auch im zweiten Halbjahr fortführen und sämtliche zur Verfügung stehenden Rechtsmittel nutzen, um weiterhin gegen die aus ihrer Sicht europarechtswidrigen Beschränkungen des Glücksspiel-Staatsvertrages vorzugehen. Die Tipp24 AG beabsichtigt, ihr altes Geschäftsmodell in Deutschland wieder aufzunehmen, sobald es die rechtlichen Rahmenbedingungen zulassen.