Deutsche Flippermeisterschaften 2011

Traumhaftes Sommerwetter mit Temperaturen um die 30 Grad – viele Veranstalter träumen davon, für die Ausrichter von Flippermeisterschaften ist solch ein Wetter eher der Albtraum. Potenzielle Flipperfreunde gehen eher in den schattigen Biergarten oder gleich ins kühle Nass, und für Flipperautomaten, viele über 30 Jahre alt, sind noch höhere Innentemperaturen auch nicht gerade zuträglich.

Aber die Experten vom 1. Verein Deutscher Flipperfreunde wissen auch mit solchen äußeren Bedingungen umzugehen. Wenn Flipper schlappmachen, werden einfach ein paar mehr Geräte rangeschafft. Am ersten Juniwochenende in Zossen bei Berlin waren es fast 140 Stück aus allen Jahrgängen, die das Flipperherz höher schlagen ließen. Ein Rekordwert, wenn man vergangene Veranstaltungen Revue passieren lässt, und so konnte auch in etwa die gleiche Anzahl an Spielern in den Wettstreit treten, um den zu finden, der in der Hitze des Gefechts den kühlsten Kopf behält.

Ganz cool blieb Albert Medaillon aus Hattersheim, der sich in einem Finale mit acht Teilnehmern durchsetzte und am Ende Martin Pfeiffer aus Tübingen und Daniele Celestino Acciari aus Italien hinter sich ließ. Der interessante Gerätemix sorgte dafür, dass Topspieler an älteren Maschinen auch mal mit Plätzen im Mittelfeld Vorlieb nehmen mussten.

In diesem Jahr waren es drei Vereinsmitglieder aus Berlin, die das Gros der Geräte stellten. Jörg Meissner, Uwe Berger und Mathias Buttler haben praktisch seit dem Zeitpunkt, als sie den Zuschlag zur Ausrichtung der Meisterschaften bekamen, in ihrer Freizeit repariert und restauriert, um dem Publikum top hergerichtete Pinballs zu zeigen, die die verschiedenen technischen Epochen repräsentieren.
Und wenn Jörg Meissner, der in der Szene unter dem Namen Ballyman bekannt ist, mit zum Orgateam gehört, weiß man wohin die Reise geht. Eine Vielzahl an Flippern unter dem Ballylabel erfreuten Turnierspieler und Besucher. Älteste „Teilnehmer“ waren die Modelle „Capersville“ und „Wiggler“ aus 1966, dazu Klassiker wie „Wizard“, „Playboy“, „Kiss“ und „Monster Bash“.
Für frischen Wind in der heißen Wettkampfstätte sorgte nicht zuletzt Bally Wulff Entertainment. Das Berliner Unternehmen ließ die Centauren los und sponserte die Veranstaltung mit 200 T-Shirts, die das Motiv des Bally „Centaur“ aus dem Jahre 1981/1983 (2. Auflage) aufnahmen. „Damals wurden von Bally Wulff die Bally Flipper noch Containerweise verkauft und nicht in homöopathischen Dosen wie heute“, erinnert sich Bernhard Eber von Bally Wulff, „daher freuen wir uns um so mehr über eine Fangemeinde, die diese Kultgeräte des vergangenen Jahrhunderts am Leben erhält.“ Nach zwei Veranstaltungstagen waren die beliebten Shirts restlos vergriffen, und die Flipperfreunde schafften insgesamt drei „Centaur“-Pins heran, die auf großes Hallo stießen. Nicht zuletzt dank dieser Aktion konnte sich der Flipperverein mit einer 1000-Euro-Spende an die Stadt Zossen für die hervorragende Unterstützung im Vorfeld erkenntlich zeigen. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber, die den Event eröffnete, war über die Spende hocherfreut.